Sprache, Accesskey 1, Direkt zum Inhalt, Accesskey 2, Direkt zur Hauptnavigation, Accesskey 3


NPD wirbt für Buch über die Waffen-SS

„Auf der Homepage des NPD-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern findet sich mit Datum vom 14.09.2007 eine Empfehlung des Buches ‚Mythos Waffen-SS – Militärische Leistung und weltanschauliches Fundament einer europäischen Elitetruppe’. Zu beziehen sei dieses Buch über die der Neonaziszene zuzurechnende ‚Intiative für Volksaufklärung e.V.’ in Bansin (Insel Usedom).

Die Inhaltsangabe beschreibt das Wirken der Waffen-SS grundsätzlich positiv und fügt sich damit in die typische rechtsextremistische Propaganda ein, deren Ziel es ist, die Verbrechen des Dritten Reiches zu relativieren oder gar zu rechtfertigen.

Historisch betrachtet war die Waffen-SS eine wesentliche Stütze des nationalsozialistischen Herrschaftssystems.
Auf Befehl HITLERS wurde am 17.03.1933 die „Leibstandarte Adolf Hitler“ als eine ihm besonders ergebene Schutztruppe aufgestellt.Sie bildete mit den so genannten „Politischen Bereitschaften“ im Herbst 1934 die „SS - Verfügungstruppe“ (VT), die wiederum zur Keimzelle der Waffen - SS wurde.

Obwohl diese kasernierte Truppe Anfang 1939 nur über 14.000 Mann verfügte, sollte sie nach dem Willen des Reichsführers SS, Heinrich HIMMLER, das Waffenmonopol der Wehrmacht durchbrechen und zugleich als politisch - weltanschauliche Sondertruppe die Vorhut einer nationalsozialistischen Armee bilden.

Dementsprechend gab es in der Folgezeit zahlreiche Konflikte mit der Wehrmachtsführung hinsichtlich Status, Ausrüstung und Personalausstattung der SS. Erst Anfang 1940 konnte Einigung hinsichtlich der Einbindung in das Wehrwesen des Dritten Reiches erzielt werden. Allgemein üblich wurde die Bezeichnung ‚Waffen – SS’ nach der Reichstagsrede HITLERS am 19.07.1940 anlässlich der Beendigung des Westfeldzuges.

In der Folgezeit wurden die Einheiten der Waffen - SS auf den verschiedensten Kriegsschauplätzen, vor allem aber im Kampf gegen die Sowjetunion, eingesetzt. Ihre Vorgehensweise entsprach den anerzogenen ‚Idealen’. Die Massaker in Le Paradis, Oradour sur Glane und Malmedy sowie die Gräueltaten im ‚Rassen- und Weltanschauungskrieg’ gegen die Sowjetunion legen ein beredtes Zeugnis vom ideologischen Fanatismus der Angehörigen der Waffen - SS ab.

Dieser kann auch auf einen speziellen Korpsgeist zurückgeführt werden. So hieß es im amtlichen Werbeblatt der Waffen - SS : ‚... Du wirst die Waffen eines Korps tragen, in dem die wertvollsten Elemente der jungen deutschen Generation vereint sind. Vor allem wirst du der nationalsozialistischen Weltanschauung besonders verbunden sein.’

In einem Papier der Kanzlei der NSDAP wurde die Rolle der Waffen - SS als Ordnungsfaktor im osteuropäischen Raum hervorgehoben: ‚Die aus Nationalsozialisten bestehenden Einheiten der Waffen - SS sind infolge ihrer intensiven nationalsozialistischen Schulung über Fragen der Rasse und des Volkstums für die besonderen, in den besetzten Ostgebieten zu lösenden Aufgaben geeigneter als andere bewaffnete Verbände.’

Im Übrigen hatte HITLER die Waffen - SS für die Zeit nach dem Krieg als ‚Staatstruppenpolizei’ vorgesehen, da in ihren Reihen ‚Männer besten deutschen Blutes’ seien, die sich ‚ohne jeden Vorbehalt mit der das Großdeutsche Reich tragenden Weltanschauung’ identifizierten.

Dass dieser Literaturhinweis von der NPD aufgegriffen wurde, wirft erneut ein bezeichnendes Licht auf das Geschichtsbild der Partei, in dem die Zeit des Nationalsozialismus weiterhin außerordentlich lebendig ist.“

*1 Karl Dietrich Bracher, Die deutsche Diktatur, Entstehung- Struktur - Folgen des Nationalsozialismus, FFM 1979, S. 450
*2 George H. Stein, Geschichte der Waffen-SS, Düsseldorf 1978, S. 8 ff.
*3 Hans Buchheim, Anatomie des SS-Staates, Band 1 - Die SS – das Herrschaftsinstrument, Befehl und Gehorsam, München 1984, S. 179
*4 George H. Stein, ,a.a.O., S. 112
*5 Walter Hofer (Hrsg.), Der Nationalsozialismus - Dokumente 1933 – 1945, FFM 1977, S. 117
*6 Walter Hofer (Hrsg.), a.a.O., S. 111

Datum: 20.9.2007


zurück


Mecklenburg-Vorpommern / MV tut gut