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"NPD-Fraktionsmitarbeiter legt Biographie des NS-Dichters Kurt EGGERS vor"

Der Mitarbeiter der Fraktion der ‚Nationaldemokratischen Partei Deutschlands’ (NPD) im Schweriner Landtag Eric KADEN legte 2008 eine Biographie des SS-Angehörigen und Schriftstellers Kurt EGGERS vor.

EGGERS, der zeitweilig in Rostock u.a. Theologie studierte und Anfang der dreißiger Jahre als Hilfsprediger im Raum Neustrelitz fungierte, schloss sich bereits als Jugendlicher rechtsextremistischen „Freikorps“ an. 1935 trat er der SS bei. EGGERS’ Werke sind geprägt durch eine rassistische und auf den Kampf ausgerichtete Weltsicht. So war es nur konsequent, dass er sich u.a. nach einer Tätigkeit im SS- Rasse- und Siedlungshauptamt für einen Einsatz an der Front meldete.

Er fiel im Oktober 1943 als Angehöriger der 5. SS-Panzerdivision ‚Wiking’ in einem Gefecht an der Ostfront. Im Dezember 1943 wurde die Kriegsberichtereinheit der Waffen - SS zum Gedenken an EGGERS in „SS-Standarte Eggers“ umbenannt.[1]

Inhaltlich stellt die Biographie zwar auch auf den Werdegang EGGERs ab, der Schwerpunkt liegt jedoch auf der Darstellung seiner Geisteswelt, die für den NPD-Funktionär KADEN offenbar vorbildhaft ist. Heißt es doch in seinem Epilog: ‚Der Mensch Kurt Eggers ist ein Vorbild für Entschlossenheit, Klarheit und stetigen Vorwärtsdrang...Als Fackelträger für die Freiheit, Zukunft und Ewigkeit des Reiches prangerte Eggers die Haltung schwacher Kreaturen an...und wurde so zum Symbol echter Freiheitssehnsucht, bedingungsloser Opferbereitschaft und des revolutionären Kampfes’.[2] Die NSDAP hatte EGGERS seinerzeit in einem Nachruf als ‚revolutionärste Gestalt’ des ‚deutschen Gegenwartsschrifttums’ bezeichnet.[3]

Diese übereinstimmende Bewertung zeigt erneut deutlich, wie lebendig der Nationalsozialismus als ideologische Basis der NPD ist. Der NPD-Mitarbeiter KADEN lässt in seiner EGGERs - Biographie jede kritische Distanz zum Dritten Reich vermissen. Im Gegenteil: Der Rassenkampf und nationalrevolutionäres Gedankengut werden als vorbildhaft beschrieben. Kriegerische Handlungen werden verherrlicht. Vor diesem Hintergrund erscheinen die jüngsten Äußerungen des NPD – Fraktionssprechers Andreas MOLAU, er wolle für einen ‚modernen europäischen Nationalismus’ werben, wenig realitätsbezogen und unglaubwürdig. Die NPD wird ihm auf diesem Weg sehr wahrscheinlich nicht folgen, ist sie – und das zeigt das obige Beispiel sehr deutlich – doch weiterhin von einer geistigen Dominanz nationalsozialistischen Gedankenguts geprägt.“

 

[2] Eric Kaden: Kurt Eggers. Vom Freikorps zur Waffen-SS. Dresden: Winkelried-Verlag 2008, S. 204f.

[3] vergl. Jochmann, Werner (Hrsg.): Adolf Hitler. Monologe im Führerhaupquartier. Hamburg: Albrecht Knaus Verlag 1980, S. 421

Datum: 23.01.2009


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