Am 31.07.2008 veröffentlichte das Parteipräsidium der „Nationaldemokratischen Partei Deutschlands“ (NPD) eine Erklärung mit der Überschrift „Der Einsatz für ein sozial gerechtes Deutschland bedarf keiner Symbolik von Gestern“ (sic).
Auslöser war ein Vorfall anlässlich der Beisetzung eines langjährigen Szeneaktivisten und ehemaligen SS-Angehörigen Ende Juli 2008 in der Nähe Passaus, dessen Sarg eine Reichskriegsflagge des Dritten Reiches beigelegt wurde. Durch die daraufhin einsetzende öffentliche Diskussion sah sich der Parteivorsitzende der NPD, der an der Beerdigung teilgenommen hatte, offenbar zu dieser Distanzierung gezwungen. Sie passt zwar zu den üblichen Bekundungen der NPD, dass der Blick in die Zukunft gerichtet werden müsse, um die Probleme der Gegenwart zu lösen und die Bewältigung der Vergangenheit hier nicht weiterhelfe. Aber sind diese Beteuerungen auch glaubwürdig? Immerhin bietet der dem NPD-Parteiorgan „Deutsche Stimme“ angeschlossene Versandhandel aktuell im Internet die folgenden Produkte an:
• so genannte „Unsere Helden“-Hemden, u.a. mit den Abbildungen der SS-Größen Jochen PEIPER und Leon DEGRELLE
• ein Taschenbuch für den Winterkrieg, dass auf den Erfahrungen der Wehrmacht im „Russlandfeldzug“ aufbaut
• Panzermodelle der Wehrmacht
• Kleidungsstücke mit Tarnfarben der Waffen-SS und der Wehrmacht
• ein Video mit den „Führergeburtstagen 1933-1945“
• Farbdrucke von einem Gemälde Hitlers
• Kunstdrucke mit dem Motiv „Scharfschützen der Waffen-SS“
• eine CD mit HJ-Liedern und
• für „die Kleinen“, Holzmodelle deutscher Jagdflugzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg.
Ganz abgesehen von dem seltsamen Umstand, dass ein Versandhandel einer sich selbst als demokratisch bezeichnenden Partei Handbücher für den Winterkrieg vertreibt, bleibt mit Blick auf die eingangs zitierte Aussage des Parteivorstandes die Frage, warum sich derartige Materialien im Angebot befinden.
Nach hiesiger Einschätzung richtet sich das Sortiment an den Bedürfnissen der Anhängerschaft der NPD aus. Diese ist ideologisch nach wie vor weitgehend auf den historischen Nationalsozialismus fixiert und möchte daher – trotz gegenteiliger Beteuerungen der Parteioberen - mit den „Symbolen von gestern“ versorgt werden, sind sie doch Teil ihrer politischen Kultur.
Datum: 10.12.2008