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Alle Jahre wieder - als Weihnachtsmänner verkleidete Rechtsextremisten verteilen Propagandamaterialien

Vor kurzem war es wieder soweit: Eltern fanden beim Auspacken von Geschenktütchen, die sie zuvor von einem Weihnachtsmann auf dem Greifswalder Weihnachtsmarkt geschenkt bekommen hatten, NPD-Propagandamaterialien. Offensichtlich hatte sich, wie bereits in den Jahren 2005 in Stralsund und 2007 in Burg Stargard, ein NPD-Anhänger als Weihnachtsmann verkleidet.

Bemerkenswert ist, dass die Partei mit dieser Form der Verbreitung ihres extremistischen Gedankenguts ihr ideologisches Erbe verleugnet.

So ist der Weihnachtsmann in der Erscheinungsform, wie wir ihn heute kennen, mit rotem Mantel und weißem Bart, vermutlich auf eine Werbekampagne des US-amerikanischen Herstellers Coca-Cola aus dem Jahr 1931 zurückzuführen. US-amerikanische Einflüsse werden von Rechtsextremisten ansonsten bekanntermaßen abgelehnt.

Dies gilt gleichermaßen für das christliche Weihnachtsfest, das im Zeichen der Nächstenliebe und damit auch gegen rassistische Weltbilder steht. Während des Dritten Reiches haben die Nationalsozialisten daher versucht, alle christlichen Traditionen zu bekämpfen. Das Weihnachtsfest sollte in das heidnisch-germanische "Julfest", der "Christbaum" in "Jultanne" umbenannt und die Geschenke durch Frau Holle überbracht werden. Beim Schmücken der Häuser sollten nicht christliche Symbole, sondern Hakenkreuze und Sonnenräder verwendet werden. Diese Versuche sind jedoch vor dem Hintergrund der tiefsitzenden Weihnachtstraditionen letztlich gescheitert.

Warum also überbringt ein Weihnachtsmann und nicht etwa Frau Holle die dubiosen Gaben? Auf niemanden sonst gehen Kinder in der Vorweihnachtszeit so unbefangen und offen zu wie auf den Weihnachtsmann. Die Rechtsextremisten benutzen die Popularität dieser Figur ganz bewusst und verwenden sie als Mittel, um ihre Werbematerialien möglichst unauffällig und ohne Proteste befürchten zu müssen in der Bevölkerung zu verteilen. Kinder und Jugendliche stehen dabei besonders im Fokus, weil man sich von diesen eine leichtere Beeinflussbarkeit verspricht.

Datum: 22.12.2009


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