Die strategische Position eines Unternehmens am Markt hängt entscheidend von seiner Verfassung in den Bereichen Einkauf, Personal, Produktion, Distribution, Verkauf, Marketing, Produktlinien und Finanzen ab. Auch Forschungsergebnisse und technische Details bestimmter Produkttechniken besitzen einen hohen Stellenwert in Unternehmen. Informationen hierüber sind daher für jeden Mitbewerber am Markt von hohem Interesse.
Staaten haben darüber hinaus auch Interesse an Informationen über die Wirkung von Wirtschaftssanktionen gegen andere
Staaten oder über die neuesten Entwicklungen auf den Rohstoffmärkten sowie das Geschehen auf den internationalen
Finanzmärkten.
Kritik wird immer dann formuliert, wenn staatliche Nachrichtendienste dafür missbraucht werden, Unternehmen, die auf
ihrem Staatsgebiet ansässig sind, durch erzielte Informationen Vorteile im internationalen Wettbewerb zu
verschaffen.
Zum einen sind es hochentwickelte Industriestaaten, die durchaus von Wirtschaftsspionage profitieren. Durch Ausspähung des Entwicklungsstandes einer Branche können eigene außenwirtschaftliche und subventionspolitische Maßnahmen getroffen werden, die entweder die eigene Industrie konkurrenzfähiger machen oder aber Subventionen einsparen helfen. Zum anderen spionieren weniger technisch fortgeschrittene Staaten. Ihnen geht es um die Beschaffung von technischem Know-How, um den Rückstand der eigenen Industrie ohne Entwicklungskosten und Lizenzgebühren aufzuholen. Darüber hinaus geht es um die Beschaffung von Produktvorlagen und Fertigungstechniken, um mit kostengünstiger gefertigten Nachbauten auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig zu sein.