Skin ist nicht gleich Skin
Zur Skinhead-Bewegung gehören neben rechtsextremistisch bzw. neonazistisch orientierten Anhängern, wie den
Hammerskins oder den Angehörigen der Gruppierung Blood & Honour, viele „unpolitische“ sowie auch linke Skinheads.
Letztere stellen nur eine Minderheit in der Skinhead-Bewegung dar. Zu ihnen gehören die 1987 erstmals in Deutschland in
Erscheinung getretenen Skinheads Against Racial Prejudice (SHARP) und die so genannten Redskins, die sich 1993 in den
USA unter der Bezeichnung RASH (Red & Anarchist Skinheads) organisierten. Während die „antifaschistische“
Zielsetzungen verfolgenden Sharps in Deutschland kaum noch Bedeutung haben, zählen die Redskins bundesweit zwischen 150
und 200 Personen.
Die unpolitische Oi!-Bewegung
Die so genannte Oi!-Bewegung umfasst einen „unpolitischen“, eher spaßorientierten Teil der Skinhead-Szene.
Ursprünglich wurde die Oi!-Szene auch von Angehörigen anderer jugendlicher Subkulturen getragen. Mit dem Begriff Oi!
verbinden diese Jugendlichen ein gemeinsames Lebensgefühl. Von zentraler Bedeutung sind für sie Musik, Alkohol, Sex und
Spaß.Der Anteil dieser Bewegung an der Skinhead-Szene dürfte eine beträchtliche Größenordnung erreicht haben, wobei die
Oi!-Skins in den alten Bundesländern prozentual stärker vertreten sind als in den neuen.
Nationalsozialistische Tendenzen
In der übrigen Skinhead-Szene ist eine durch aggressive Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und einen überbetonten
Männlichkeitskult gekennzeichnete Weltanschauung vorherrschend. Wenn sich auch Symbolik und weltanschauliche Äußerungen
dieser Skinheads unübersehbar am historischen Nationalsozialismus orientieren, sollte hieraus nicht vorschnell auf eine
Verfestigung dieser Weltanschauung geschlossen werden. Eine Ausnahme davon bilden die Blood & Honour-Skins und die
Hammerskins, die sich als eine elitäre politische Vorhut der „weißen Rasse“ verstehen.