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Skinhead-Musik


Musik mit Menschenverachtung
Die Skinhead-Musik nimmt in der gesamten Skinhead-Bewegung eine zentrale Stellung ein. Sie stellt das die Szene maßgeblich prägende Stilelement dar. Jugendliche kommen durch die Texte der Skinhead-Musik häufig zum ersten Mal mit der rechtsextremistischen Szene in Berührung. Die Musik vermittelt ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Dabei entfalten die politisch eindeutigen Botschaften der Texte zunächst eine eher unterschwellige Wirkung. Die Texte sind von aggressiver Menschenverachtung geprägt. Ihr Feindbild stellen neben Ausländern, insbesondere Türken und Farbige, auch Juden und Minderheiten wie Homosexuelle, so genannte linke „Zecken“ und Sozialhilfeempfänger dar.

Skinhead-Konzerte
Bei Skinhead-Konzerten, die eine besondere Bedeutung für den Zusammenhalt der Szene haben, wird die Musik zum Gemeinschaftserlebnis. Auf das konsequente Einschreiten der Sicherheitsbehörden reagieren die Veranstalter solcher Konzerte mit zunehmender Konspiration. Die Ankündigung des Veranstaltungsortes erfolgt in der Regel erst kurz vor Konzertbeginn, Besucher werden über Mobiltelefon-Mitteilungen ins Zielgebiet geleitet.

Skinhead-Musik auf CD
Der Handel mit rechtsextremistischen CDs stellt unverändert ein lukratives Geschäft für die Betreiber dar mit Gewinnspannen von teilweise bis zu 500%. Die CDs werden in der Regel im Ausland produziert und bei Konzerten oder über rechtsextremistische Musikvertriebe verkauft.
Die Skinmusik als identitätsstiftendes Element bereitet vielen Jugendlichen den Einstieg in die rechtsextremistische Szene.

Skinhead-Musik in Mecklenburg-Vorpommern
Ab 1992 gewann diese Musik auch für Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern zunehmend an Bedeutung. So soll damals bereits ein Skinkonzert mit der Bremer Band „Endstufe“ in Steinfeld bei Rostock stattgefunden haben. Bis 1995 konnten zunächst keine weiteren Konzerte in Mecklenburg-Vorpommern festgestellt werden, die Zahl der bundesweit durchgeführten Skinkonzerte blieb auf niedrigem Niveau. Allerdings wurden im Lande einschlägige „Demotapes“ vertrieben und öffentlich abgespielt, wie z. B. bei einem Skinhead-Treffen im Juni 1994 am Vorbecker See bei Schwerin.

Im Jahr 2005 ist die Zahl der rechtsextremistischen Musikveranstaltungen in Mecklenburg-Vorpommern gegenüber dem Vorjahr gesunken. Es konnten insgesamt 21 rechtsextremistische Musikveranstaltungen, davon 15 Skinkonzerte, drei Partys und drei Liederabende festgestellt werden. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 27 rechtsextremistische Musikveranstaltungen, davon 20 Skinkonzerte, sechs Partys und ein Liederabend.
Die Veranstaltungen in Mecklenburg-Vorpommern 2005 verteilten sich erneut über das ganze Land. Eine gewisse Schwerpunktbildung konnte in den Landkreisen Güstrow und Ostvorpommern sowie Mecklenburg-Strelitz festgestellt werden. Dies hängt offenbar mit den vorhandenen Raumnutzungsmöglichkeiten zusammen, die insbesondere in Tarnow (Landkreis Güstrow), im „nationalen Wohnprojekt Salchow“ bei Anklam und in Lassan (Landkreis Ostvorpommern) gegeben sind.

Vorbeugung durch Behörden kaum möglich
Die Vorbereitungen für derartige Musikveranstaltungen laufen in aller Regel äußerst konspirativ, so dass sich nur wenige Gelegenheiten zu einem vorbeugenden Einschreiten ergaben. Ein polizeiliches Vorgehen wurde vielfach erschwert durch eine völlige Abschirmung der Konzerte, die zudem zum Teil auf privatem Gelände stattfanden und als private „Feiern“ deklariert wurden.

Verteilung der rechtsextremistischen Musikveranstaltungen 2005 auf die Landkreise bzw. kreisfreien Städte:

Landkreis Güstrow 6
Landkreis Ostvorpommern 5
Landkreis Nordvorpommern 3
Landkreis Ücker-Randow 3
Landkreis Mecklenburg Strelitz 3
Rostock 1

Skinbands aus Mecklenburg-Vorpommern

Bundesweit agieren zwischen 90 und 100 rechtsextremistische Skinbands. In Mecklenburg-Vorpommern liegt die Zahl bei etwa 10, wobei hier immer wieder Umbenennungen oder Auflösungen zu beobachten sind. Am bekanntesten sind die Bands „Skalinger“ aus dem Raum Wolgast, die sich seit Ende 2005 in „Liebenfels Kapelle“ umbenannt hat sowie die Skinband „Path of Resistance“ aus dem Raum Rostock.

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Mecklenburg-Vorpommern / MV tut gut