Die 1979 gegründete, seit 1991 von Ursula Müller geleitete neonazistische HNG konzentriert ihre Aktivitäten auf die ideelle und materielle Betreuung weltweit inhaftierter Gesinnungsgenossen, die Herausgabe der Nachrichten der HNG und die Durchführung von Mitgliederversammlungen. Die Mitgliederzahlen der HNG sind in den letzten Jahren kontinuierlich auf 550 gestiegen. Die HNG ist für die ideologische Entwicklung des Rechtsextremismus zwar bedeutungslos, doch steht sie weltanschaulich in der Kontinuität des historischen Nationalsozialismus.
Das dokumentiert sich beispielhaft daran, dass den in jeder Ausgabe der Nachrichten der HNG abgedruckten Gefangenenlisten ein Foto von Rudolf Heß vorangestellt ist. Heß gilt der HNG als die Symbolfigur des politischen Gefangenen bzw. als Märtyrer des nationalsozialistischen Friedenswillens. Der Bundesrepublik Deutschland wird jede Legitimation abgesprochen. Sie wird als ein „Regime“ bezeichnet, das „von Anfang an auf Meinungskontrolle und Lizenzpresse aufgebaut“ sei (Nachrichten der HNG, Mai 2001).
Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt in der psychischen Unterstützung der Inhaftierten, denen das Bewusstsein vermittelt werden soll, dass sie kein Unrecht begangen haben. Auf diese Weise möchte die HNG sicherstellen, dass die Gefangenen dem rechtsextremistischen Spektrum nach der Entlassung nicht verloren gehen. In den HNG-Nachrichten abgedruckte Dankesbriefe dokumentieren den Erfolg dieser Strategie.