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Rechtspopulistische Parteien und ihre Anhänger

Ende der 80er Jahre wurde mit den ersten Wahlerfolgen von DVU und Republikanern erneut offensichtlich, dass solche politischen Tendenzen in Deutschland (vergleichbares galt und gilt allerdings auch für das Aufkommen "rechtspopulistischer" Parteien in anderen europäischen Ländern) vorhanden sind. Mit der Wiedervereinigung, die das Thema "Nation" veränderte, schwächte sich die Bedeutung dieser Parteien aber wieder ab.

Seit Beginn der 90er Jahre forderte eine Welle fremdenfeindlicher Gewalt viele Menschenleben. Zwar konnte die Zahl der Gewalttaten nach 1993 wieder zurückgedrängt werden, die Potenziale der Gewalt sind jedoch nach wie vor ungebrochen.

Wesentliche Ursache hierfür ist die erschreckende Tatsache, dass fremdenfeindliches und rechtsextremistisches Denken stärker als früher Resonanz bei jungen Menschen gefunden hat. Dies belegen sowohl sozialwissenschaftliche Untersuchungen über politische Einstellungen in der Bevölkerung als auch repräsentative Wahlstatistiken. Es gibt erstmals wieder eine identifizierbare rechte "Jugendkultur", die zudem besonders gewaltbereit ist.

Die Ursachen hierfür sind vielfältig und nicht in einfachen Erklärungsmustern zu fassen. In der Forschung ist jedoch unstrittig, dass insbesondere Jugendliche aus den unteren Mittelschichten und mit einfacheren Bildungsabschlüssen gefährdet sind. Ihre sozialen Bindungen sind oft brüchig geworden und viele von ihnen finden im Alltag nicht die Zugehörigkeit und Anerkennung, die sie sich wünschen. Hier bieten rechtsextremistisches Denken und schließlich die entsprechenden Gruppen und Freizeitaktivitäten ein Kompensationsangebot. Vor dem Hintergrund einer Welt, die im Zuge der wirtschaftlichen "Globalisierung" immer undurchsichtiger wird, haben nationale Machtfantasien und Ressentiments gegen Fremde neue Konjunktur bekommen.

 

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