Wiederum folgten etwa eineinhalb Jahrzehnte demokratischer Weiterentwicklung, in denen Rechtsextremisten wenig Einfluss hatten. Eine sozialwissenschaftliche Studie von 1981 ("Sinus-Studie") belegte jedoch, dass viele Merkmale rechtsextremistischen Denkens in Teilen der Bevölkerung (immerhin mehr als 10 Prozent) noch immer präsent waren. Erklärt wurde dieser Befund nicht nur mit dem Fortdauern "ewiggestriger" Vorstellungen, sondern auch mit dem Hinweis darauf, dass es in Gesellschaften mit schnellen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Veränderungen immer auch Teilgruppen gibt, die sich von der Entwicklung überrollt und benachteiligt fühlen, und darauf mit einfachen und autoritären Denkmustern und Forderungen reagieren.
Eine bedrückende und bedrohliche Entwicklung durchlebte Deutschland in den 70er und 80er Jahren, allerdings mit rechtsterroristischen Strukturen . In diesem Zeitraum entwickelte sich die Neonaziszene und zahlreiche selbst ernannte "Führer" suchten und fanden ihre Anhänger. Genannt sei als Beispiel die 1973 von Karl-Heinz Hoffmann gegründete "Wehrsportgruppe Hoffmann", die im Januar 1980 verboten wurde. In ihrem "Dunstkreis" stieg die Militanz und Mitglieder verübten blutige Anschläge.