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Antiglobalisierung

Plakat gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm 2007

Anti-Globalisierung auf dem Vormarsch
Ein zunehmend an Bedeutung gewinnendes Aktionsfeld von Linksextremisten stellt der Kampf gegen Globalisierung und Neoliberalismus dar. Dabei bilden insbesondere Demonstrationen gegen die weltweite Globalisierung seit den militanten Ausschreitungen anlässlich der Konferenz der Welthandelsorganisation (WTO) im November 1999 in Seattle den Kristallisationspunkt einer sich weltweit formierenden heterogenen Protestbewegung. Sie eint der Widerstand gegen die behauptete weltumspannende Ausbreitung einer sozial deregulierten Wirtschaftsordnung und die dadurch bedingte Verschärfung der Armut.

Das Aktionsfeld Antiglobalisierung gewann im Jahr 2006 mit Blick auf den herannahenden G8-Gipfel in Heiligendamm zunehmend an Bedeutung. Denn Linksextremisten sehen die Globalisierung vornehmlich als "imperialistische Strategie" zur Ausweitung der "Ausbeutung", vornehmlich in den Staaten der Dritten Welt. Für Linksextremisten gilt es daher, "kapitalistische" Strukturen zu bekämpfen und zu überwinden. Gleichzeitig dient das Thema Anti-Globalisierung als Plattform für eine Wiederbelebung der antikapitalistisch-revolutionären Bewegung.

Protestaktionen
Bei den vielfältigen Protesten gegen Gipfelkonferenzen der Europäischen Union (EU), des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Welthandelsorganisation (WTO), gegen die jährlichen Spitzentreffen der Staats- und Regierungschefs der acht wichtigsten Industrienationen (G8-Gipfel) gelten die führenden Industriestaaten sowie supranationale Einrichtungen wie der IWF und der Weltbank als Sinnbild des weltweiten Kapitalismus. Tagungen dieser Organisationen werden seit Seattle weltweit regelmäßig von teilweise gewalttätigen Protestaktionen begleitet.

In Steinhagen (Landkreis Bad Doberan) wurde im August 2006 ein Sommercamp unter der Bezeichnung "Camp Inski" mit bis zu 700 Teilnehmern aus dem linken und linksextremistischen Spektrum durchgeführt.

Im November 2006 trafen sich ca. 450 Globalisierungsgegner aus dem linken bis linksextremistischen Spektrum zu einer "Internationalen Aktionskonferenz zum G8-Gipfel 2007" in Rostock. Im Internet wurde eine Abschlusserklärung erstellt, nach der sich die Teilnehmer der Veranstaltung auf einen "Fahrplan für die Protestwoche gegen den G8-Gipfel" verständigten. Diese begann am 2. Juni 2007 mit einer Großdemonstration. Es folgten zwei Aktionstage zu "Migration" sowie "Militarismus, Krieg, Folter und dem globalen Ausnahmezustand". Zudem wurde ein "Alternativgipfel", mehrere Blockaden und Gipfelcamps vorgesehen.

Militante Globalisierungsgegner dominieren das Bild
Das Spektrum dieser "Anti-Globalisierungsbewegung" stellt sich als sehr vielfältig dar und reicht von autonomen Zusammenschlüssen und Anarchisten über Trotzkisten des "Linksruck-Netzwerkes" bis zu demokratischen Organisationen und Gewerkschaften. Das öffentliche Erscheinungsbild dominieren dabei die zahlenmäßig in der Minderheit befindlichen militanten Globalisierungsgegner mit ihren gewalttätigen Aktionen.

Linksextremisten kritisieren im Rahmen ihres Engagements gegen die weltweite Globalisierung insbesondere die Dominanz eines wirtschaftlichen Rationalitätsprozesses, dem politische Entscheidungen untergeordnet seien (Neoliberalismus). Diese politische Bewertung, die bei der Mehrheit der Demonstranten nicht mit einer Ablehnung des demokratischen Systems verbunden ist, bietet linksextremistischen Kapitalismuskritikern einen ideologischen Ansatzpunkt zum Schulterschluss. Von der Mehrheit der Protestbewegung unterscheidet sie, dass sie das politische System als von der Verwertungslogik des Kapitals bestimmt betrachten. Aus ihrer Sicht ist eine ursächliche Bekämpfung des Neoliberalismus innerhalb dieses Systems nicht möglich.

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