Kurzinformation
Entstehungszeit und -ort: 1953 in Jerusalem
Sitz der Hizb ut-Tahrir ist vermutlich in London; in Deutschland gibt es keine offizielle Niederlassung.
Die Zahl der Mitglieder/Anhänger beträgt auf Bundesebene ca. 150.
Das Bundesministerium des Innern verfügte am 15. Januar 2003 ein Betätigungsverbot .
Hizb ut-Tahrir intellektuell ausgerichtet und publizistisch
Bei der "Hizb ut-Tahrir al-islami" ("Islamische Befreiungspartei") handelt es sich um eine in zahlreichen
muslimischen Staaten vertretene, aber meist auch verbotene Organisation, wie es in Deutschland der Fall ist. Die Folge
ist ein hohes Maß an Konspiration bei der Anwerbung neuer Mitglieder sowie der Planung und Durchführung von
Aktivitäten. Zugleich tritt sie aber publizistisch aktiv hervor und gewährt damit Einblick in ihre Ideologie und
Auffassungen zu politischen Themen. In deutscher Sprache informiert sie vor allem auf ihrer Website und in der
Zeitschrift "explizit". Ihre Mitglieder rekrutiert sie – als eine intellektuell ausgerichtete Organisation – vor allem
an Universitäten und in Moscheen.
Motive der Hizb ut-Tahrir und Parallelen zum deutschen Rechtsextremismus
Zu den Zielen der "Hizb ut-Tahrir" gehört die Wiedererrichtung des Kalifats, jenes muslimischen Herrscheramts, das
1924 in der Türkischen Republik abgeschafft wurde. Damit verknüpft sind die Forderung nach Schaffung eines
panislamischen Reiches unabhängig von den heutigen nationalstaatlichen Grenzen sowie die Einführung des islamischen
Rechts (Scharia). Das Territorium des heutigen israelischen Staates wird ganz zum "Gebiet des Islam" und dem
angestrebten islamischen Großreich gerechnet, woraus sich die Beseitigung des Staates Israel als ein häufig genanntes
und mit Nachdruck ausgesprochenes Ziel der Partei ergibt. In diesem Sinne heißt es auf ihrer an die Muslime gerichteten
Website:
"Besteht eure eigentliche Aufgabe nicht darin, den Islam zu schützen und die Feinde Allahs zu bekämpfen, nämlich die Juden, die den Boden des Isra' und Mi'raj (Nacht und Himmelfahrt des Gesandten) gewaltsam geraubt haben? Ihr sollt das hässliche Judengebilde vernichten und den Ruhm des Islam und die Geschichte der großen Führer wiederaufleben lassen."
Ihre antiisraelische, antijüdische und darüber hinaus antiamerikanische Einstellung teilt die "Hizb ut-Tahrir" mit deutschen Rechtsextremisten. Dies wurde bei einer Vortragsveranstaltung an der Technischen Universität Berlin am 27. Oktober 2002 offenkundig.
Hizb ut-Tahrir in Europa
Terroristische Aktivitäten der "Hizb ut-Tahrir" konnten in Europa bisher nicht festgestellt werden. Ihre
hetzerische Propaganda könnte allerdings zu entsprechenden Aktivitäten ermuntern.
In der Vergangenheit hatte die "Hizb ut-Tahrir" auch in Greifswald entsprechende propagandistische Aktivitäten
entfaltet.